Ab dem 16. August 2019 müssen Eigentümer oder Halter eines Fahrzeugs mit maximaler technischer zulässiger Gesamtmasse von über 3,5 Tonnen für alle Fahrten im Rahmen des mautpflichtigen Streckennetzes eine Gebühr für die jeweils gefahrene Strecke entrichten. Eine Mautgebühr anstatt der bisher gezahlten Vignettengebühr. Die Entrichtung der Mautgebühr berechtigt das Fahrzeug, für das sie bezahlt worden ist, eine bestimmte Strecke zwischen zwei Punkten der entsprechenden Straße oder des entsprechenden Straßenabschnitts zu fahren. Die Höhe der Gebühr hängt von den technischen Merkmalen der Straße bzw. des Straßenabschnitts, der gefahrenen Strecke, der Fahrzeugkategorie, der Anzahl der Achsen sowie der Emissionsklasse ab und wird für jede einzelne Straße bzw. jeden einzelnen Straßenabschnitt bestimmt


Kategorien der Fahrzeuge, die ab dem 16. August 2019 mautpflichtig sein werden:

 

Mautprodukte

Fahrzeuge mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen werden über zwei Möglichkeiten zur Mauterhebung bei der Nutzung des Streckennetzes verfügen:

Mautgebühr (mit Ermittlung der gefahrenen Strecke mittels GNSS On-Board Unit)

Dieses Produkt wird für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen empfohlen, welche im mautpflichtigen Streckennetz öfter bzw. regelmäßig fahren.

Die Ermittlung der Daten für die Mauterhebung erfolgt mit einem im Fahrzeug eingebauten Bordgerät (On-Board Unit), das die nötigen Daten für die Berechnung der fälligen Mautgebühr übermittelt. Die Daten werden an dem Anbieter des elektronischen Mautdienstes für die gefahrene Strecke übermittelt, mit dem der Nutzer einen Vertrag über die streckenbezogene elektronische Mauterhebung geschlossen hat. Der Letztere bearbeitet die übermittelten Daten, erstellt und sendet eine Erklärung über streckenbezogene Mautgebühr (Mauterklärung) an das Elektronische Mauterhebungssystem, betrieben durch die Agentur für Straßeninfrastruktur, in ihrer Funktion als mauterhebende Person. Die Agentur für Straßeninfrastruktur rechnet dem Anbieter des elektronischen Mautdienstes für gefahrene Strecke die fällige Gebühr an; er entrichtet diese Gebühr, wobei die Verhältnisse in Bezug auf ihre Entrichtung durch den Endnutzer an dem Anbieter in dem zwischen ihnen geschlossenen individuellen Vertrag geregelt werden.

Falls der Nutzer des mautpflichtigen Streckennetzes über keine eingebaute On-Board Unit verfügt, sondern über ein anderes, auf Daten von einem globalen Navigationssatellitensystem (GNSS) basierendes Tracking-System verfügt, können diese Daten durch den Anbieter erklärter Daten, mit dem der Nutzer einen Vertrag geschlossen hat, an dem Anbieter des elektronischen Mautdienstes für gefahrene Strecke oder direkt an die mauterhebende Person übermittelt werden, die nach zusätzlicher Bearbeitung die fällige Mautgebühr berechnen. In diesem Fall wird die fällige Mautgebühr direkt dem Nutzer des mautpflichtigen Streckennetzes angerechnet, wobei der Anbieter deklarierter Daten keine Verpflichtungen in Bezug auf ihre Erhebung hat.

 

Streckenticket

Dieses Produkt wird für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen empfohlen, mit denen „gelegentliche“ (Einzel-)Fahrten gemacht werden.

Eigentümer und Halter eines Fahrzeugs mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen, die über keine On-Board Unit bzw. über keine Satellitenortungssysteme verfügen und keinen Vertrag mit einem Anbieter des elektronischen Mautdienstes für gefahrene Strecke oder mit einer Person, die als Anbieter des elektronischen Mautdienstes für gefahrene Strecke tätig ist, geschlossen haben, können das mautpflichtige Streckennetz nach dem Erwerb eines Streckentickets nutzen. Das Streckenticket ist ein Mautprodukt, das auf eine gefahrene Strecke innerhalb eines bestimmten Zeitraums, in dem es gültig ist, basiert. Das Streckenticket wird nach der Entrichtung der Mautgebühr im Voraus ausgestellt und ermöglicht einem Fahrzeug der obengenannten Kategorien eine Einzelfahrt zwischen dem Anfangs- und Endpunkt einer Strecke im mautpflichtigen Streckennetz, mit zusätzlichen, vom Nutzer im Voraus genannten Zwischenpunkten, die nicht mehr als vier sein dürfen.


Streckentickets können Sie auf mehrere Wege kaufen:

-    an Verkaufsstellen – Zahlmöglichkeiten per Bargeldzahlung und Kartenzahlung, einschließlich per Tankkarte
-    an einem Selbstbedienungsterminal – per Kartenzahlung, einschließlich per Tankkarte
-    elektronisch – online auf der Webseite www.bultoll.bg oder über die mobile Applikation

Die Ausstellung eines Streckentickets wird vorausgesetzt durch die Kalkulation und Entrichtung der fälligen Mautgebühr im Voraus.

 

Tarife und Umfang des Streckennetzes

In Bezug auf die Einführung der Mauterhebung in Bulgarien ist die Agentur für Straßeninfrastruktur (ASI) mit der Festlegung der Tarife, sowie mit der Bestimmung des mautpflichtigen Streckennetzes engagiert. Bei dieser Aufgabe wird die Agentur durch einen internationalen Experten-Team von der Weltbank unterstützt, der durch einen Vertrag für Beratungsdienstleistung zur Verfügung gestellt wurde.

 

In den folgenden Monaten sowie kurz vor der Einführung der Mauterhebung (ab dem 16. August 2019) wird die ASI nähere Informationen zur Verfügung stellen.