Ab dem 16. August 2019 г. wird in Bulgarien ein elektronisches Mauterhebungssystem für streckenbezogene Maut (TOLL) für Kraftfahrzeuge mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen in technischen Betrieb genommen.

Spätestens bis zum 1. März 2020 wird das elektronische Mauterhebungssystem für streckenbezogene Maut (TOLL) auch für kommerzielle Nutzung in Betrieb genommen. Der Umfang des TOLL-Systems und die Tarife werden mit Beschluss des Ministerrates der Republik Bulgarien festgelegt. Bis dahin werden die Nutzer des mautpflichtigen Streckennetzes für Fahrzeuge mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen weiterhin eine Monats-, Wochen- oder Tagesvignettengebühr entrichten müssen.

Nach den geltenden Rechtsvorschriften wird durch die Zahlung der Mautgebühr das Fahrzeug, wofür die Maut entrichtet worden ist, berechtigt, ungehindert im Rahmen des staatlichen Streckennetzes zu fahren. Die fällige Gebühr wird je nach der durch das Fahrzeug hinterlegten Entfernung und seinen technischen Eigenschaften (Kategorie, Anzahl der Achsen, die in Kontakt mit der Fahrbahn stehen, Emissionsklasse) bestimmt.


Kategorien der Fahrzeuge, die ab dem 2019 mautpflichtig sein werden:

Möglichkeiten zur Zahlung der Mautgebühr

Kraftfahrzeuge mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen werden folgende Möglichkeiten zur Entrichtung der notwendigen Gebühren für die Nutzung des mautpflichtigen staatlichen Streckennetzes:

Mittels GNSS On-Board Unit

Die Ermittlung der Mautgebühren erfolgt mit einem im Fahrzeug eingebauten Bordgerät (On-Board Unit), das die nötigen Daten (Mautbuchungsnachweisе) für die Berechnung der fälligen Mautgebühr übermittelt. Die Daten werden durch die Nationalen Anbieter von Mauterhebungsdiensten (NA) oder die Anbieter des europäischen elektronischen Mautdienstes (EETS-Anbieter), mit denen sowohl der Nutzer als auch die mauterhebende Person – die Agentur für Straßeninfrastruktur (ASI) – Verträge abgeschlossen haben, verarbeitet. Die Dienstanbieter (NA und EETS-Anbieter) übermitteln die Daten nach ihrer Verarbeitung an die ASI. Die fällige Mautgebühr für das jeweilige Fahrzeug wird durch die ASI berechnet, während die Dienstanbieter ihre Entrichtung seitens des Endnutzers generieren.

Mittels GPS-Gerät

Falls sich der Nutzer des mautpflichtigen staatlichen Streckennetzes für ein GPS-Gerät entschieden hat, muss er einen Vertrag mit einem Anbieter gemeldeter Daten (sog. vertrauliche Daten) aus der öffentlichen Liste der Agentur für Straßeninfrastruktur abgeschlossen haben. Die Anbieter gemeldeter Daten müssen wiederum ein Vertrag mit einem NA haben, an den sie die generierten „rohen“ Daten vom GPS-Gerät übermitteln. Die Dienstanbieter übersenden die Daten nach ihrer Verarbeitung an die ASI. Die fällige Mautgebühr für das jeweilige Fahrzeug wird durch die ASI berechnet, während die Dienstanbieter ihre Entrichtung seitens des Endnutzers generieren.

Streckenticket

Eigentümer und Halter eines Fahrzeugs mit maximaler technisch zulässiger Gesamtmasse über 3,5 Tonnen, die über keine On-Board Unit oder GPS-Gerät verfügen, können das mautpflichtige Streckennetz nach dem Erwerb eines Streckentickets nutzen. Das Streckenticket wird ausgestellt, nachdem der jeweilige Nutzer des mautpflichtigen staatlichen Streckennetzes den Anfangs- und Endpunkt seiner Route, bis zu vier Zwischenpunkte auf der von ihm angegebenen Strecke sowie die technischen Eigenschaften des Fahrzeugs (Kennzeichen, Nationalität und Kategorie des Fahrzeugs, Emissionsklasse, Anzahl der Achsen, die die in Kontakt mit der Fahrbahn stehen) abgegeben hat. Für diese Dienstleistung wird im Voraus bezahlt. Das Streckenticket berechtigt den Nutzer zu einer einmaligen Fahrt auf der von ihm angegebenen Strecke.

Streckentickets können von der Agentur für Straßeninfrastruktur über die bekannten Verkaufskanäle der elektronischen Vignette gekauft werden:

  • an den Kassen der regionalen Straßenverwaltungsstellen – mit Bargeld, Karte, auch Tankkarte
  • an einem Self-Service-Terminal – mit Karte, auch Tankkarte
  • elektronisch – von der Webseite www.bgtoll.bg und über die App

Das Streckenticket wird ausgestellt, nachdem die fällige Mautgebühr im Voraus berechnet und entrichtet worden ist. Es gilt für 24 Stunden ab dem Zeitpunkt seiner Aktivierung und kann von registrierten Nutzern (die Registrierung erfolgt mit E-Mail über die Verkaufsplattform für Streckentickets) bis zu 7 Tage im Voraus oder von nicht registrierten Nutzern bis zu 24 Stunden im Voraus gekauft werden.

Tarife und Umfang des Streckennetzes

In Bezug auf die Einführung der Mauterhebung in Bulgarien ist die Agentur für Straßeninfrastruktur (ASI) mit der Bestimmung der Tarife und des mautpflichtigen Streckennetzes beschäftigt. Dafür hat die ASI einen Vertrag mit der Weltbank abgeschlossen, die Beratungsdienste zur Bestimmung der Tarife und des Umfangs des mautpflichtigen Streckennetzes anbieten wird. Diese werden dann zur öffentlichen Diskussion gestellt und, nach vorhergehender Genehmigung seitens der Europäischen Kommission, durch den Ministerrat angenommen werden.

In den folgenden Monaten sowie kurz vor der Einführung der Mauterhebung wird die ASI nähere Informationen zur Verfügung stellen.